Infos
Kino[t]räume
Aktuell
Editionsausgabe von fünf Fotografien in der Editionsgalerie LUMAS
– Atrium Kino, Nürnberg, Deutschland
– Lichtburg, Essen, Deutschland
– Urania Kino, Budapest, Ungarn
– Lucerna Kino, Prag, Tschechische Republik
– Emek Kino, Istanbul, Türkei
Größe: 120 x 95 cm, Lambda-Print, Lumasec-Kaschierung
Rückschau
Ausverkauft!
Wandkalender Deutsche Filmtheater 2010
Fotografien von Sylvia Ballhause
Spiralbindung
einzeln eingeschweißt
internationale Ausgabe
Format 58,4 x 48,5 cm
€ 36,00 (D/A) / sFr 64,00
ISBN: 978-3-8320-1442-1
Erscheinungstermin: 27.05.2009
www.editionpanorama.de
Text
Die Idee des Kinos war von Anfang an mehr als nur die Projektion von Filmen auf eine Leinwand: Es war und ist immer auch ein Gemeinschaftserlebnis und ein sozialer Ort der Versammlung und der Unterhaltung(2). Es ist der Ort, an dem der Film seine materielle Existenz verläßt und zum Leben erwacht. Das Kino verschafft ihm den ihm gebührenden Raum dafür. Die Faszination "Kino" besteht also aus weitaus mehr als aus Filmen und dessen Inhalten — es ist der eigentliche Ort des kinematographischen Geschehens.(3) "Die Menschen erkennen mehr und mehr den Unterschied zwischen der privaten Einsamkeit der Bildschirmunterhaltung und dem Erlebnis, im Kino anderen Menschen zu begegnen, die von den gleichen Sehnsüchten getrieben werden wie man selbst."(4) Man begibt sich kollektiv in einen verdunkelten Saal, um gemeinsam Träume, Schicksale und Sehnsüchte zu erleben, welche durch sichtbare Projektion der Bilder und ihre Reflexion in den Augen des Zuschauers lebendig werden. Man sucht im Kino die Geselligkeit und das Erlebnis — man verabredet sich davor, geht gemeinsam hinein, unterhält sich im Foyer und erlebt gemeinsam das Geschehen auf der Leinwand. Danach geht man — den Film noch im Gedächtnis — geschlossen aus dem Dunkel des Saals hinaus in die Öffentlichkeit, der man für einige Zeit entschwunden war.
Das Kinoerlebnis ist also nicht nur beschränkt auf den Film, sondern ist ein Zusammenspiel von Raum und Bildern. Man erfasst als Besucher nicht nur die Ereignisse auf der Leinwand, sondern auch das Kino als Ort des Geschehens. So werden Traumwelten in Traumhäusern geschaffen — die Kinofaszination hat einen doppelten Charakter: die Einheit von angeschautem Bild und umgebendem Ambiente. Dies ist Anlaß, das Kino als Ort und Raum einmal mehr wahrzunehmen und zu würdigen.
Text: © Sylvia Ballhause
2, 4, 6) Vgl. Edgar Reitz: Europäisches Kino – Bacchantisches Erlebnis. In: Mediagramm. Zeitung des ZKM/Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Nr. 22, Januar 1996, S. 14f.; zuerst in: Süddeutsche Zeitung, 31.10.1995
3) Irmbert Schenk: Erlebnisort Kino, Irmbert Schenk (Hrsg.), Schüren Verlag Marburg, 2000, S. 7
5, 7) Alfons Arns: ...kein Rokokoschloß für Buster Keaton in: Erlebnisort Kino, Irmbert Schenk (Hrsg.), Schüren Verlag Marburg, 2000, S. 33